Elf Euro und fünfzig Cent, das ist das Tagesbudget eines Hartz-IV-Empfängers. Mindestens einen Monat lang will ich versuchen, der ich gerne über die Kandidaten von „Raus aus der Schuldenfalle“ hergezogen bin, damit auszukommen. In einer norddeutschen Metropole. Die elfeinhalb Euro stehen für Ernährung, Hygiene, Kleidung und was noch so alles anfällt zur Verfügung. Schon auf den ersten Blick wird klar: es muss noch mehr Geld rein. Einnahmen müssen maximiert, Ausgaben müssen minimiert werden.
Zur moralischen Unterstützung habe ich mir das Survival-Handbuch der US-Army heruntergeladen; das Einmaleins der asketischen Lebensweise stellt seit Jahrhunderten die Benediktregel dar und dann gibt es noch für die hochkulturellen fünf Minuten des Tages den „Billigesser“ von Thomas Bernhardt.
Gleich zu Beginn erreicht mich eine Hiobsbotschaft: das Handyguthaben ist fast futsch, Aufladen kostet mindestens 15 Euro, man muss ja erreichbar und rückruffähig bleiben. Dh. die ersten 15 Euro, die wortwörtlich vom Munde abgespart werden müssen, klopfen schon mal an. Und das Monatsticket für die U-Bahn schlägt auch schon mal mit 27 Euro zu Buche. - Was nützt es? Also Obdach ist vorhanden, Nahrung muss zubereitet werden. Wie wärs mit Nudeln mit Tomatensoße? Und einen halben Liter Wein gönnen einem selbst die Mönche. Dann heißt es: Früh in Bett und früher Aufstehen.
Donnerstag, 31. Januar 2008
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