Montag, 4. Februar 2008

Teilhabe 2

Mit den 6,60 von gestern und den 10,60 von heute, ging ich also mit 17,20 Euro ins Rat Race. War also gewappnet für die Unplanbarkeit der Zukunft, die mir eine Einladung der Vorgesetzten zum Mittagstisch ins Kontor schlug. Für eine Bratwurst mit Kartoffelbrei und Karottenquadern, dem Preis der gesellschaftlichen Teilhabe, musste ich also 3,35 Euro ausgeben. Auf dem Nachhauseweg kaufte ich mir noch ein Baguette für 1,20 Euro. 17,20 - 4,55 = 12,65 Euro, die ich mit in den nächsten Tag schleppe. Okay, ich muss gestehen: da gab es noch eine Spülbürste, die ich ersetzen musste, dh. 1,05 Euro muss noch abgezogen werden, bleiben aber immer noch 11,60 Euro. Eine Telefonkartenladung rückt in greifbare Nähe.

Da sich aber schon jetzt eine Überfinanzierung abzeichnet, habe ich bereits 150 Euro auf ein Sparkonto transferiert. Es kann ja nicht Sinn der Sache sein, das Geld zu verplempern. (Ich verkneife mir nicht den demütigen Hinweis auf Matthäus 25, 26 ff.)
26Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Böser und fauler Knecht! du wußtest, daß ich ernte, wo ich nicht gesät, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27So solltest du nun mein Geld den Wechslern gegeben haben, und wenn ich kam, hätte ich das Meine mit Zinsen erhalten. 28Nehmet nun das Talent von ihm und gebet es dem, der die zehn Talente hat; 29denn jedem, der da hat, wird gegeben werden, und er wird Überfluß haben; von dem aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, weggenommen werden.
30Und den unnützen Knecht werfet hinaus in die äußere Finsternis: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen.
Oder wie Luther übersetzte: Heulen und Zähneklappern.

Für weitere Erbauung (kulturelle Teilhabe) habe ich bei einem Kollegen angefragt, ob nicht zufällig in seinem Science-Fiction-Universum einen Planeten namens „The Moon is a Harsh Mistress“ von Robert A. Heinlein kreisen würde, jenem Buch, das die Rede vom nicht-existenten freien Mahl prägte.


Mein höchst frugales Abendmahl bestand aus einem Ofenkäse (1,45), einem Baguette (1,20) und einer Hemina Weißwein (1,05). Kosten: ca. 3,70 Euro. Bei den Mönchen las ich das Wort von der Armut ohne Bedürftigkeit. Da kann man mal drüber nachdenken.

Ausgaben _5,60 Euro
Kumuliert 29,92 Euro
Budget + 12,52 Euro

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