Mit Bedauern habe ich den Paradigmenwechsel in der Peter-Zwegat-Show „Raus aus den Schulden“ zur Kenntnis genommen. Weg von den Sozialschmarotzern, hin zu den angeblich bedürftigen Menschen. Aber in dieser Woche gab es wieder einen sehenswerten Härtefall, der einem komplett die Lust am Steuernzahlen nimmt: Drei Zweifamilienhausbesitzer, Vater, Mutter, Tochter mit 1400-Euro-Haushaltsnettoeinkommen, zwei Kleinwagen, einem Motorroller, zwei Kindern und einem Haushaltssklaven. Der beste Satz, ein Schlag ins Gesicht gegen jegliche Form eines Sozialstaats, kam aus dem dem Mund der übergewichtigen, ca. 22-jährigen Tochter Sonja L.: »Ich brauch das Auto, um damit zur „Tafel“ (Armenspeisung) zu fahren.«
Dieser Höhepunkt des deutschen Privatfernsehens wurde leider nicht eingefangen im folgenden Youtube-Clip. Er versöhnt aber mit den Worten eines sichtlich angepissten Rocker-Präsis, der den Schulden-Pennern mit seinen Kumpels die Bude renovierte, ohne Dankeschön, ohne dass man einen Kasten Bier hinstellt, ohne dass da einer ein paar Schnitten geschmiert hat. „In so einer Position würde ich auch gerne mal sein.“ Enjoy!
Oder wie sagte es Immanuel Kant? „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ Und das heißt Lesenlernen! Und sich nicht die Märchen vorlesen zu lassen, während andere Menschen arbeiten, wie bei Peter Zwegat zu sehen war. - Und die Bibel? 2. Thessalonicherbrief 3. Kapitel, Vers 10 Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. In diesem Sinne äußerte sich noch der Sozialist August Bebel anno 1897 in “Die Frau und der Sozialismus“ (Darauf bezieht sich in unserer postmodernen Zeit der Kleingartenvereinskassenwartdarsteller Müntefering): „Der Sozialismus stimmt mit der Bibel darin überein, wenn diese sagt: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ Darauf ein Glas Champagner - von Aldi. Weiter so, Kapitalismus! (Und der hätte ja nach Bebel schon 1907 kaputt sein müssen.)
Sonntag, 9. November 2008
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